HANQuartier Bothfelder Kirchweg

  • Status:Baustelle
  • Typologie:WOH
  • Ort:Hannover (DE)
  • BGF:3.908 m²
  • Jahr:2014-11
  • LP:1–5

HAN – Wohnquartier Bothfelder Kirchweg – 42 Units


weniger ist mehr


Die ‚Hofstelle am Anger‘ vereint sozialen Zusammenhalt in der Gemeinschaft mit den Qualitäten eines natürlich gewachsenen Freiraums.
Eine zentrale, öffentliche Erschließungszone bildet den Auftakt in das neue Quartier. Fünf Hofstellen gruppieren einander um diesen zentralen Freiraum und bilden dabei mit ihren halböffentlichen Höfen den Übergang zu den privaten Gärten an den Rändern. Art und Positionierung der Hofstellen sichert den größtmöglichen Erhalt der vorhandenen Bäume, welche maßgeblich den Charakter des neuen Quartiers mitbestimmen sollen. Die Bestandsgebäude (alte Hofstelle) bilden den Übergang zur direkten Nachbarschaft und bleiben in ihrem baulichen Ausmaß vollständig erhalten. Der öffentliche Weg (Nord-Süd-Verbindung) an der Ostgrenze des Grundstücks bringt öffentliches Leben in das neue Wohnquartier.

Die Typologie der traditionellen Hofstelle ist Vorbild für die geplanten Wohngebäude. Jeweils zwei, klar ablesbare, zweigeschossige Wohnhäuser werden mittels gemeinsamen Laubengang zu einem L-förmigen Hofgebäude zu je sieben Wohneinheiten verbunden. Ein semi-privat genutzter Hof bildet dabei das Zentrum dieser Nachbarschaft, private Gärten und der nutzbare Laubengang ergänzen das Freiraumangebot. Die Wohneinheiten im Erdgeschoss sind barrierefrei organisiert. Die zur Verfügung gestellte Mischung aus Familienwohnungen (2 bzw. 3 Zimmer, 4 Zimmer) und Seniorenwohnungen (1 Zimmer) ermöglicht in jeder Hofstelle generationsübergreifende Nachbarschaften. Jeder Hof erhält zudem eine gemeinschaftlich nutzbare Multifunktionseinheit (z.B.: Waschküche, Spielraum, Werkstatt, Gästezimmer oder auch Mikro-Wohneinheit), welche als Kompensationsfläche der kompakt organisierten Wohneinheiten anzusehen ist.

Der Gedanke des gemeinschaftlichen Zusammenlebens wird im vorliegenden Projekt auf vielfältige Arten gefördert. Der Laubengang bietet für die Nachbarschaften eine zentrale und vielfältig nutzbare Terrassenfläche. Dieser Multifunktionsraum ermöglicht gelebte Gemeinschaft eher aus der Zurückgezogenheit (’Nische’) heraus. Der Hof - mit größerem Gemeinschaftsbezug - vervollständigt dieses Angebot an Begegnungsflächen und funktioniert zudem als Schnittstelle zwischen Nachbarschaft (Hofstelle) und Quartier.

Planung: AllesWirdGut + laser architekten
Leistungsphasen: 1–5
Auftraggeber: Gundlach GmbH & Co. KG

Geladener Wettbewerb: 11.2014 – 1. Preis
BGF: 3.908 m² / 42 Wohneinheiten

Team Wettbewerb: Carmen Trifina, Karolína Mikitová
Team Ausführung: Giulia Bertuzzi, Jessica Wannhoff, Martin Brandt, Martin Gajdos, Olaf Härtel, Zeyneb Badur

Freiraumplanung: chora blau landschaftsarchitektur
Energieberatung: Stefan Horschler Bauphysik
Tragwerksplanung: Barkat & Doering
TGA-Planung: ENATEC Hannover GmbH

Illustrationen: AllesWirdGut
Visualisierung: MISS3 / chora blau
Modell: mattweiss