EICQuartier Eichenstraße

  • Status:Planung
  • Typologie:ARB, MIX, STD, WOH
  • Ort:Wien (AT)
  • BGF:80.000 m²
  • Jahr:2019-09

EIC – Quartier Eichenstraße


Viennese Chameleon


Chamäleons sind kleine auf Bäumen lebende Echsen. Landläufig sind sie vor allem für ihre äußere Wandelbarkeit bekannt. Dem kooperativ mit feld72 umzusetzenden Bauvorhaben in der Wiener Eichenstraße stehen die versatilen Reptilien gleich in mehrfacher Weise Pate. Etwa in formalästhetischer Hinsicht: Eingepasst zwischen Pfarrkirche, Remise und Bahntrasse fügen sich sechs Stadthäuser zu einem organisch-mäandernden Quartierskörper mit einem als Solitär ausgebildeten Kopf (ein Hotel). Oder aber in Form des öffentlich zugänglichen Parks: Der baumhoch gelegene Garten zieht sich unter den Häusern hindurch und formt die grüne Lunge eines im übertragenen Sinne bunt schillernden Habitats. Und schließlich in Anlehnung an die vielzitierte Anpassungsfähigkeit der farbverändernden Tiere: Mittels urbaner Sockel vermögen es die konkav geschwungenen Baukörper, den massiven Höhenunterschied des bestehenden Geländes (ganze neun Meter!) auf sprichwörtlich leichtfüßige Art und Weise auszugleichen. Die Setzung der Stadthäuser reagiert somit gleichsam einfühlsam (in den Übergängen zum Umland) und selbstbewusst (als Wahrzeichen in der gewachsenen Stadtsilhouette). Die Sockelgeschoße fungieren dabei als Versorgungsmaschinen, beherbergen etwa ein Veranstaltungszentrum, die Hotellobby, oder Gewerbeflächen. Auf Ebene des Hochparks hingegen liegen sämtliche Zugänge zu Hotel-, Wohn- und Dienstleistungsbereichen. Die ersten drei Ebenen der Stadthäuser sind als nutzungsoffene Flächen konzipiert. Sämtliche Wohnungen bieten private Freiflächen, ideale Belichtung und maximalen Ausblick. Die gefalteten und dadurch verschiedenartig reflektierenden Fassaden ergeben je nach Lichteinfall ein abwechslungsreiches (Stadt-)Bild. Die sanft zueinander positionierten Häuserbuchten wiederum manifestieren sich als spannendes Spektrum multipel und kollektiv nutzbarer Zwischenräume. Unter der Chiffre des Musil’schen Möglichkeitsdenkens (Der Mann ohne Eigenschaften) schaffen AllesWirdGut und feld72 in der Wiener Eichenstraße somit einen offenen und durchlässigen Stadtteil, der vor allem eines verspricht: neue Perspektiven. Auf eine sich fügende Nachbarschaft. In einem wurzelschlagenden Quartier.

Architektur: ARGE AllesWirdGut + feld72
Auftraggeber: 6B47 Real Estate Investors AG + Trivalue Management GmbH + Soravia Group GmbH


Wettbewerb: 09.2019 – 1. Preis
BGF: 80.000 m²

Team AllesWirdGut: Alessandro Capetti, Charlotte Großmann, Cristina Vlascici, Felix Reiner, Katarzyna Marcol, Teresa Aćimović

Klima Engineering: Transsolar, München
Landschaftsplanung: Treibhaus, Hamburg


Modell: mattweiss
Visualisierung: expressiv